Geschichte

Geschichtlicher Überblick über das Schützenwesen in Kärnten und Feldkirchen.

Auszugsweise entnommen aus der Festschrift 100 Jahre Kärntner Landesschützenverband aus dem Jahre 1968, die der damalige  Landesoberschützenmeister Fido Missoni verfasste. Die jüngeren Eintragungen wurden aus den diversen Protokollen entnommen.

 


 

Mit der Gründung der ersten Märkte und Städte im 10. u. 11. Jhdt. gab es in Kärnten schon Schützengemeinschaften. Eigene Schützenordnungen regelten das Geschehen in den Gemeinschaften. Die älteste, die erhalten blieb, ist die von Wolfsberg aus dem Jahre 1572. Besonderer Pflege erfreute sich das Schießwesen durch die Landstände in der neuen Landeshauptstadt Klagenfurt.

1559 – Großes Freischießen in Klagenfurt

1632 – In Feldkirchen, das damals zum Bistum Bamberg gehörte, gibt es bereits eine Schützengilde. Die Gegenreformation mit ihren harten Eingriffen in die Landstände und der Bürger, sowie die Folgen des 30-jährigen Krieges bewirkten auch einen  Niederbruch des Schießwesens.

1723 – Kaiser Karl VI. ist in Klagenfurt; nach längerer Zeit wieder ein größeres Schießen. Viele Bildscheiben beweisen, dass St. Veit im 18. Jhdt. eine Hauptpflegestätte des Scheibenschießens war. Die Stadt besitzt (wohl neben Enns) mit 70 Bildscheiben eine der größten und hochwertigsten Bildscheibensammlungen in Österreich!

1765 – In Ferlach besteht ein Büchsenmacher-Scharfschützenkorps.

1851 – Das kaiserliche Gesamtministerium löst Nationalgarden, Bürgerwehren und Bürgerkorps auf. Die seit der Bauernbefreiung sich etablierenden Schützenvereine werden Träger des Schießwesens und bleiben es bis heute.

1861 – Gründung des Deutschen Schützenbundes.

1862 – 1. Deutsches Bundesschießen in Frankfurt. Über 5 000! Schützen, auch aus Kärnten! Das 3. Deutsche Bundesschießen in Wien vereinigte 12 000! Schützen und blieb bis heute die größte deutsche Schützenveranstaltung. Die Abordnung der Kärntner Schützen war so groß, dass sie mit einem Sonderzug anreisen wollte.

1868 – Gründung des Kärntner Schützenbundes durch die Hauptschützengesellschaften Klagenfurt, Villach und Wolfsberg. Bald schlossen sich auch andere Schützenvereine an.

1871 – Der hohe Landtag beschließt den jeweiligen Landeshauptmann das Protektorat über den Schützenbund zu übertragen.

1879 – Gründung des Österreichischen Schützenbundes. Im selben Jahr Auflösung des Kärntner Schützenbundes, da beim Österreichischen Schützenbund nur Vereine Mitglieder sein konnten. Es gab noch nicht in allen Kronländern Landesverbände.

1900 – Gründung des Kärntner Landesschützenverbandes. Freiherr von Aichelburg-Labia wird erster Landesoberschützenmeister. Von der Gründung bis zum 1. Weltkrieg war zweifellos die Blütezeit des Schießwesens in Kärnten.

1914 – Der Kärntner Landesschützenverband zählte 68 Mitgliedsvereine.

1918 – Ende des 1. Weltkrieges, Zusammenbruch der Monarchie. Durch die Gebietsabtretungen verlor Kärnten 7 Mitgliedsvereine an Italien und 2 an Südslawien. Zu Beginn der Dreißigerjahre begannen einzelne Schützen mit dem Kleinkalibergewehr zu schießen. Es war der Anfang einer großen Umstellung im Schießwesen: das Hinwenden zum rein sportlichen Schießen. Eine Neueinführung war die Jungschützenausbildung mit Prüfung.

1927 – Anton Graf Goess wird Landesoberschützenmeister.

1933 – Erste Jungschützenprüfung unter Georg Graf Thurn-Valsassina. Mit dem Kapselschießen überbrückte man die Wintermonate.

1938 – Anschluss an das Deutsche Reich, der KLSV wurde vom NS-Regime aufgelöst und die Schützenvereine in den NS-Bund für Leibesübungen aufgenommen.

1945 – Die englische Besatzungsmacht beschlagnahmte alle Feuerwaffen, jegliche Vereinstätigkeit war verboten. Doch wurden bald diese harten Vorschriften gelockert, einzelne Jäger bekamen ihre Waffen zurück und konnten die Jagd ausüben.

1948 – Kärntner Jägerschießen konnte von der KJ durchgeführt werden. Darauf hin entwickelte sich wieder der Kärntner Schützengeist.

1950 – In den alten Schützenorten Feldkirchen, Ferlach, Greifenburg, Klagenfurt, Radenthein, Spittal und Wolfsberg bildeten sich wieder Schützenvereine.

1954 – Der Kärntner Landesschützenverband wurde von diesen 7 Vereinen wieder gegründet. Initiator war der Feldkirchner Oberschützenmeister Fido Missoni. Erster Landesoberschützenmeister war der Ferlacher Karl Hauptmann. Bei der Feier des 10. Jahrestages der Wiedergründung zählte der Verband schon 34 Mitgliedsvereine mit 891 gemeldeten Mitgliedern.

1956 – Luftgewehr-Staatsmeisterschaft in Feldkirchen im Hotel Germann. Rudolf Natmeßnig wird bei seinem 2. Antreten bereits Staatsmeister!

1960 – Der Feldkirchner Schuldirektor Fido Missoni wird Landesoberschützenmeister. Es erfolgt die Unterteilung des Verbandes in Bezirksschützenbünde. Erster Bezirksoberschützenmeister von Feldkirchen wird Ing. Rudolf Missoni.

1961 – Einführung des Drei-Länderwettkampfes Friaul-Kärnten-Oberkrain mit dem KK.

1961 1963 erbaut der Bezirksschützenbund Feldkirchen die Bezirksschießstätte in Radweg.

1964 – Im Herbst Einführung des Rundenfernwettkampfes mit dem Luftgewehr.

1968 – in St. Veit entsteht eine lang ersehnte Schießanlage, die größere Schießen ermöglicht. Mit Beschluss der Jahresvollversammlung von 1968 führt diese Anlage die Bezeichnung „Kärntner Landeshauptschießstand“. Der Kärntner Landesschützenverband zählt zum Zeitpunkt seines 100-jährigen Bestehens 43 Mitgliedsvereine.

1969 – Der Himmelberger Rudolf Natmeßnig wird zum Landesoberschützenmeister gewählt und bekleidet dieses Amt bis 1997.

1997 – Oberst Walter Laber aus Spittal löst Natmeßnig als LOSCHM ab. Natmeßnig wird auf Grund seiner großen Verdienste zum Ehren-LOSCHM ernannt.

1999 – Staatsmeisterschaft für Luftdruckwaffen in der Messehalle 5 in Klagenfurt.

2001 – Ing. Werner Probst übernimmt die Funktion des Bezirksoberschützenmeisters in Feldkirchen und wird dadurch Mitglied des Landesschützenrates.

2002 – Werner Probst übernimmt von Rudolf Natmessnig die Funktion des LFW für Sportschießen im ASVÖ-Kärnten.

2003 – Der Villacher Gerhard Marek löst Laber als Landesoberschützenmeister ab.

2006 – Ing. Klaus Deiser aus Lavamünd wird zum LOSCHM gewählt. Gleichzeitig wird Ing. Werner Probst zum 1. LSCHM gewählt. Der Verband zählt 48 Mitgliedsvereine mit rund 1150 gemeldeten Mitgliedern.

2008 – Staatsmeisterschaft für Luftwaffen in Wolfsberg.

2012 – Eröffnung des Leistungszentrums in St. Veit am ehemaligen Landeshauptschießstand.

2016 – Raphael Rauter vom SV Feldkirchen wird Junioren-Vizeweltmeister im Bewerb LS.

2017 – Staatsmeisterschaft für Luftwaffen zum 2. Mal in Wolfsberg – 970 Schützen.

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